Montessori Gymnasium

 

Laut Montessori Dachverband, dem offiziellen Zusammenschluss aller Organisationen in Deutschland, die sich der Montessori-Pädagogik und deren Förderung widmen, gibt es heute in Deutschland über 1000 Schulen und Kindertagesstätten, die nach den Prinzipien der Montessori-Pädagogik arbeiten. Die pädagogischen Einrichtungen, die Maria Montessori zu ihrer Zeit, d.h. zu Beginn des 20. Jahrhunderts ins Leben gerufen hat, waren ausschließlich Kindertagesstätten, Kindergärten und Schulen für Kinder im Grundschulalter. Zur Sekundarstufe, also dem Unterricht an weiterführenden Schulen, hat Maria Montessori zwar in der Theorie weitgehend mit ihrem „Erdkinderplan“ schriftliche Theorien entworfen, zu ihren Lebzeiten jedoch, wurden diese Konzepte von ihr noch nicht in die Praxis umgesetzt. Die Nachfrage nach einem Montessori-gestützten Unterricht auch für 12-18-Jährige ist schon seit langer Zeit sehr groß – die Herausforderung war und bleibt, Montessoris Theorien in konkret „in die Tat“ umzusetzen.

 

Wie genau wird nun heute an einem Montessori-Gymnasium unterrichtet? Bevor wir dieser Frage etwas genauer zuwenden, hier noch ein paar interessante „Zahlen und Fakten“ zum Thema „Montessori-Einrichtungen und Schulen in Deutschland“:

 

Von den etwa 1000 Montessori-Einrichtungen in Deutschland sind etwa 600 Kindertagesstätten, die übrigen 400 Einrichtungen sind Schulen. Davon wiederum sind 300 Grundschulen, und 100 weiterführende Schulen. 40% dieser Schulen sind Gymnasien! Weiterhin gibt es etwa 25 Gesamtschulen, etwa 20 Hauptschulen und etwa 15 Realschulen. Montessori-Schulen gibt es in allen deutschen Bundesländern, besonders viele allerdings ins Bayern und Berlin und nur einige in Norddeutschlang. Die meisten Schulen sind in einer freien Trägerschaft organisiert.

 

Unterrichtskonzepte an Montessori-Gymnasien

 

Da es wie schon erwähnt, keine festen Richtlinien wie etwa einen Unterrichtsplan für den Unterricht an Montessori-Gymnasien gibt, hat sich heute der sogenannte „Dalton-Plan“ an den meisten der etwa 40 Montessori-Gymnasien in Deutschland bewährt und durchgesetzt, eine Unterrichtsform für die Sekundarstufe, die von Helen Parkhurst (1886-1973) entwickelt worden ist, einer zeitweiligen engen Mitarbeiterin Maria Montessoris (Leiterin der Montessori-Gesellschaft). Helen Parkhurst hat sich die sich schon vor ihrem Zusammentreffen mit Maria Montessori im Jahr 1914 eigenständig mit der Reformpädagogik in der Sekundarstufe intensiv befasst. Ab 1918 verließ sie die Montessori-Gesellschaft wieder und führte ihren „Laboratory-Plan“ selbst weiter aus. Dieser Plan fand in den 20-er und 30er Jahren durch zwei Montessori-Pädagoginnen von der Stadt Dalton aus (daher der Name) weltweit relativ weite Verbreitung, geriet dann zeitweilig wieder in Vergessenheit und erlebte in den 80er-Jahren eine Art „Boom“ – in dieser Zeit wurden insgesamt 120 Montessori-Gymnasien auf der Grundlage des Dalton-Plans gegründet.

 

Wichtigster Grundsatz auch an Montessori-Gymnasien ist:

„Hilf mir, es selbst zu tun“ – Schüler werden „gefördert und gefordert“.

 

Weitere wesentliche Grundsätze

 

- Eigenverantwortliches, selbständiges und angstfreies Lernen

- Die Individualität der Lernenden - Lerntempi, Lernort, individuelle Persönlichkeit

- Größtmögliche Anzahl von Lernzugängen und Lernangeboten

- Der Lernende entscheidet über die Sozialform, in der er lernt

- Sozialkompetenz, Humanität und Selbstreflexion werden gefördert

 

In der Praxis heißt dies beispielsweise:

Es gibt Wahlarbeitsstunden, in denen Themen aus Lernangeboten selbst gewählt werden – gleichzeitig wird die entsprechende soziale Lernform selbst gewählt und der Raum – hierfür stehen über das Klassenzimmer hinaus weitere Lernräume zur Verfügung etc. In Klassen wird altersübergreifend unterrichtet

 

Während beispielsweise in den Grundschulen nach Maria Montessori die ganzheitliche Entwicklung und Förderung im Vordergrund steht, geht es beim Dalton-Plan mehr um eine Verbesserung der herkömmlichen institutionalisierten Unterrichtsform im Sinne einer individuellen, selbstbestimmten und eigenverantwortlichen Lernform. Er verbindet daher meist Freiarbeit mit gebundenem Unterricht und garantiert natürlich das Erreichen aller gesellschaftlich relevanten Schulabschlüsse. Selbstverständlich sind auch modern ausgestattete Unterrichtsräume mit Computern, Internetanschluss, eine Schülerbibliothek etc.

 

Ganz sicher ist eine Ausbildung an einem Montessori-Gymnasium eine Alternative, die sich absolut lohnt und bezahlt macht. Wer in jungen Jahren lernt, dass er „für das Leben lernt“ hat die besten Chancen, eine glückliche Zukunft zu haben.

 

Wir wünschen Ihnen viel schulischen Erfolg und Erfolg im Leben!